Archiv für Mai 2011

Blogger questioned by military!

Deutsch unten / German below

Activists and Blogger 3arabawy will be interrogated at military court tomorrow after he criticized the ruling military and denounced the torture of activists in a TV-Show on OnTV, one of the few independent channels, on Thursday. What they exacty said can be read and seen here (also english). Also Reem Maged, TV host of the show, will be questioned, as well as journalist Nabil Sharaf El-Din of OnTV who criticized, the way the SCAF is running the transition period and suspected the army to have an deal with the Muslimbrotherhood. During the OnTV coverage of the protests on friday, Mamdouh Shahine, a member of the SCAF, called OnTV live and complained rudely about the coverage, arguing they should not use the word „mass“ protests as there were only few thousands on the square – in the background the live picture of the square full of people could be seen. More journalists were questioned the last weeks reporting about the army. Two weeks ago, Bothaina Kamel, candidate for the presidency was also questioned for criticizing the military.

So, censorship is on its best way back and the freedom of expression won during the revolution partly lost again: Already Mid-april the army #forbid the media to write about issues concerning the Armed Forces without their approval, most media follow this rule without any complaint. So the internet again is the only space where the ruling military is openly critized, via Twitter, Facebook and Blogs and where the activist are not afraid to counter the censorship and attack the SCAF (#noscaf, #fuckthearmy, #fuckscaf #stupidscaf, #a7a ;-) .

Protests tomorrow! The interrogation will take place at 11am at the military prosecution c28. Calls through Twitter and Facebook to show up there beginning 10:30am.

Der Aktivist und Blogger Hossam 3arabawy wird morgen vom Militär verhörtwerden, nachdem er am Donnerstag in einer Fernsehsendung auf OnTV, einem der wenigen unabhängigen Sender, das Militär kritisiert und diesem Folter von Aktivisten vorgeworfen hat. Was er genau gesagt hat, kann (in Englisch) hier gelesen und gesehen werden. Ebenso verhört werden die Moderatorin der Sendung, Reem Maged und der Journalist Nabil Sharaf El-Din ebenfalls von OnTV, der am selben Tag die Art und Weise kritisierte, wie das Militär die Übergangsperiode regiert und ihm einen Deal mit der Muslimbrüderschaft vorgeworfen hat. Während OnTV live über die Proteste am Freitag berichtete, rief Mamdouh Shahine, ein Mitglied des SCAF, in der Sendung an und beschwerte sich über die Berichterstattung, er verlangte unter anderem dass das Wort „Massen“-Proteste nicht verwendet würde, da nur wenige tausend auf dem Tahrir-Platz seien – dass das Gegenteil der Fall war, zeigten im Hintergrund live die Bilder des überfüllten Platzes. Weitere Journalisten wurden in den vergangenen Wochen von der Armee verhört, ebenso Boutheina Kamel, Präsidentschaftskandidatin, vor zwei Wochen, nachdem sie das Militär gegenüber der Presse kritisierte.

Die Zensur ist also auf dem besten Weg zurückzukehren (wenn nicht schon wieder da) und die während der Revolution gewonnene Meinungsfreiheit schon wieder zu einem guten Teil verloren: Mitte April verbot die Armee den Medien, über diese zu berichten ohne dies vorher absegnen zu lassen – und die Medien halten sich seither zum größten Teil daran, ohne zu murren. So ist, wie schon vor der Revolution, das Internet der einzige Ort wo das herrschende Militär offen kritisiert wird, über Twitter, Facebook und Blogs, und wo die Aktivist_innen mutig genug sind sich der Zensur zu widersetzen und den Militärrat SCAF anzugreifen (#noscaf, #fuckthearmy, #fuckscaf #stupidscaf, …)

Proteste für morgen geplant! Das Verhör wird um 11 Uhr im Standort C28 der Militärgerichtsgebäude stattfinden. Aufrufe über Twitter und Facebook dort morgen früh hinzukommen, um die Journalisten zu unterstützen.

Update: After 3 hours Maged and Hamalawy came out, around 200 ppl were waiting in front of the building despite the hot weather in the dusty streets, chanting slogans for press freedom. Cameras and microfons surrounded Maged and Hamalawy who reported about what happened. According to them, Hamalawy was the „main accuesed“, Raged was rather there as a witnisss. There was no real „interrogation“, the soldiers said they just want to sit and talk with them and have some tea. Asked Hamalawy where he got the information about torture from. Hamalawy gave them a prepared USB-Stick with all the videos and testimonies. They said it’s false. Finally, Hamalawy repeated they can do what they want but he has not done anything wrong and will never change his opinion against military trials and the behaviour of the military police. There was no accusation mad nor process announced so far

Outside, in front of two lines of soldiers, some streets artists spray on the ground: The only red line is the dignity of the egyptian people.

Update (german) : Artikel in der taz

27 Mai Zweiter „Freitag der Wut“

Der Tag
Heiß. Der Platz voll Menschen, und der Boykott der Muslimbrüder macht sich bemerkbar: Nicht nur zahlenmäßig, denn soviele Demonstrierende wie bei der letzten Großdemonstration am 8. April sind es nicht. Sondern auch bei den Teilnehmern. Die, die heute hier zusammenkommen sind das Zentrum der Revolution, hier sind die jungen Menschen, die Rastlosen, die Aktiven, Männer, Frauen unter, um die zwanzig und einige ältere, Kappen auf dem Kopf, manche im Kapuzenpullover, die meisten nur im Shirt. Sie kennen sich fast alle, beim Weg über den Platz bleiben sie alle fünf Meter stehen und fallen sich in die Arme, begrüßen Freunde aus den 18 Tagen Revolution, die sie lange nicht gesehen haben und die heute, zur „zweiten Revolution“ auf den Platz zurückgekommen sind.

Fliegende Händler verkaufen Wasser, pressen Saft aus frischen Mangos, geben Koshary und süßen Couscous aus. Von den Bühnen dröhnen Lieder zur Revolution und Reden, die man aus den scheppernden Boxen nicht versteht. Einige Regentropfen klatschen auf das Pflaster, die Menschen jubeln, doch es wird kein Regen, die Luft wird nur drückender und schwüler als zuvor. Vielleicht deshalb, vielleicht, weil viele sich sicher sind, dass sie früher oder später von baltagiyyas angegriffen werden, ist die Stimmung trotz aller Vertrautheit angespannt. Eine Gruppe Männer rennt einem Dieb nach, der in die Talat Harb Straße flüchtet, erwischt ihn, prügelt auf ihn ein. Auf eine Bühne klettert der Vater eines Aktivisten, die Veranstalter wollen keine Leute, die nicht zur Organisation gehören und stoßen ihn herunter, ein wilder Streit entbrennt.

Dann zieht wieder eine Gruppe skandierend um den Platz und auf einmal beginnen alle zu jubeln und die Fahnen zu schwenken und für einen Moment ist die Stimmung gelöst, fast euphorisch. Dass trotz des Boykotts der Muslimbrüder so viele gekommen sind, feiern viele später als Erfolg – dass würde zeigen, dass man auf die nicht anwiesen ist.

Abend
Zwei AktivistInnen werden von weit über hundert Männern umringt und bedrängt, sie als thugs bezeichnen. Fliehen. Mehr Leute verlassen den Platz. Aktivist_innen versuchen jene, die auf Bleiben bestehen zu überzeugen, mitzukommen und lieber für nächste Woche noch einen großen Protestmarsch zu organisiern. Der Platz wird für den Verkehr freigegeben.

Später Abend
Kurz nach eins. Die Straßen um den Platz verlassen, am Eingang zum Platz ist wieder eine Barrikade aufgebaut. Die Leute, die dort Wache halten, sind unbekannt, sie wirken nicht wie Protestierende, fragen aggressiv nach dem Ausweis, versuchen einen Streit anzufangen.
Etwa tausend Menschen sind noch immer auf dem Platz, viele sitzen auf der inneren Verkehrsinsel im Gras und beobachten das Geschehen, dort, wo vor dem Reisebüro am Nachmittag die Bühne stand, hat sich eine größere Gruppe versammelt. Seltsame Mischung von Leuten, Protestierende, aber auch viele, die nicht wie Protestierende aussehen. Misstrauische Blicke in alle Richtungen. Stimmung angespannt. Dann, mit einem Mal, stürmt die Gruppe zu den Geländern, klettert hoch und springt darüber und ist dabei die Geschäfte im Haus anzugreifen, andere rennen hin, Rufe, Tumult auf dem Platz. Eine Gruppe Motorräder und Roller, zwei junge Männer auf jedem, schießt in die Talat Harb Straße hinaus.
Um zwei die Nachricht: Lage hat sich wieder beruhigt. Einige hundert sind noch da. Ruf nach Plastiktüten und Handschuhen, um den Müll einzusammeln.

…und wieder Morgen
Früh morgens, der Himmel färbt sich hell. Unmengen Schwalben schießen über den Platz, auf dem in improvisierten Zelten und unter Plakaten die verbliebenen Protestierenden schlafen, zwischen ihnen die Straßenkinder. Andere ziehen auf Motorrollern Runden um den Platz, einige hundert Protestierende sind noch da, trinken Tee, unterhalten sich leise, aus einem Autoradio klingt Fairuz.

Kleine Gruppen von Aktivist_innen sind emsig beschäftigt den Müll auf und um den Platz einzusammeln. Um sechs nach kurzen, heftigen Diskussionen der Beschluss, die Straßen freizugeben. Die Protestierenden, müde, erleichtert, machen sich nach und nach auf den Weg nach Hause und die Taxis und Kleinbusse, leer noch, nehmen die Straßen des Platzes wieder ein.

Tahrir now 1pm

picture: monasosh/yfrog

Square in Barcelona attacked!

Deutsch unten / German below

The squares that seemed so far away from each other and each others problems are getting closer.
While peaceful atmosphere in Tahrir Square in Cairo, extreme heat and still fear of attacks of thugs, one hour ago the news spread that the Square in Barcelona has been attacked and cleared violently by riot police, as also shown in this video. At least 15 injured by sticks and rubber bullets, all media turned of, tents, computers and all stuff confiscated.

A lot of solidarity from Cairo, an messages back from Catalunia: Thanks a lot, we are following what’s going on in your square today…

Die Plätze die so weit voneineinander entfernt schienen, was ihre Probleme und Sorgen angeht, kommen sich näher.
Friedliche Atmosphäre zum Mittagsgebet in Kairo, extreme Hitze und noch immer die Furcht vor Angriffen von baltagiyyas – und dann, vor einer Stunde, die Nachrichte, dass der besetzte Platz in Barcelona von Riot Police gewaltsam geräumt wurde, wie in diesem video zu sehen. Mindestens 15 Verletzte durch Schlagstöcke und Gummigeschosse, alle Übertragungen in Internet abgebrochen, Zelte, Computer und alle sonstige Habe beschlagnahmt.

Viel Solidarität aus Kairo! Und Nachrichten zurück aus Katalonien: Vielen Dank, wir verfolgen was bei Euch geschieht…

picture: tppp/twitpic, riot cops in barcelona

Update1 (1am, may 28): Repeated messages on Twitter about one of the protesters in Barcelona severely injured, has been operated, now waiting for news – more good videos showing the brutality of the police here / Nachricht über Twitter, dass einer der Protestierenden in Barcelona von der Polizei schwer verletzt wurde, er wurde operiert, Warten auf Nachrichten wie es ihm geht – hier noch mehr gute Videos die das brutale Vorgehen der Polizei zeigen

Update2: Great video of people taking back the square and throwing police out!

27. Mai Freitag der Wut I Morgen

Nacht auf Freitag
Seit der Revolution ist Schlaf unter den jungen Aktivist_innen Ägyptens ein rares Wort geworden. In der Nacht vor der Demonstration, dem „zweiten Freitag der Wut“ am 27. Mai, scheint es nicht mehr zu existieren. Niemand schläft. Es ist kurz vor drei und im Minutentakt laufen die Twitter-Nachrichten ein. Diskussionen über den morgigen Tag.
Währenddessen, ab und an, eine Nachricht aus Spanien. Es hat begonnen ein bisschen zu regnen, aber wir haben fantastische Planen und so werden wir nicht nass. Ein Zirkus ist vorbeigekommen und bringt alle zum Lächeln! Was für ein tolles Gemüsebett mitten auf dem Platz in Barcelona. Spanien scheint schon seit Tagen unendlich weit weg zu sein.
SalmaSaid, eine der vielen unermüdlichen, streitbaren, furchtlosen Blogger_innen, die jetzt allesamt versammelt sind, voneinander getrennt vor ihren Bildschirmen sitzen und doch stärker als durch die Kabel verbunden sind durch das Wissen, morgen gemeinsam, der realen Gefahr ausgesetzt, Seite an Seite auf dem Platz zu stehen, schickt ein Video herum, in dem zu wunderbaren Musik die schönsten Szene der Revolution zusammen geschnitten sind. Damit Ihr euch erinnert, wie stark wir zusammen sind!

2:20 Uhr. Es geht los. In Alexandria brennt eine Polizeistation, aus Imbaba, einem Kairoer Arbeiterstadtviertel, die Meldung dass eine Gruppe die dortige Polizeistation angreift. Zehn Minuten später: Auch diese brennt.

3.30 Uhr. Erste Meldungen vom Platz. Viele Protestierende dort, auch erste Bilder im Netz zu sehen. Gerüchte über thugs, die auf Motorrädern um den Platz fahren.

Morgen
Kurz nach fünf. Alle Straßen, die auf den Platz führen, sind mit Stacheldraht und provisorischen Barrikaden abgesperrt, junge Männer und Frauen stehen Wache, schicken Auto- und Taxifahrer, die auf den Platz fahren wollen, freundlich zurück. Manch einer schimpft, dass ihm der Weg schon wieder versperrt ist, die meisten sind es nach wochenlangen Demonstrationen und Besetzungen inzwischen gewohnt. Auf dem Weg zum Platz sorgfältig abgetastet, niemand soll Waffen mit auf den Platz bringen.

Auf dem Platz sitzen und stehen lose die Gruppen, einige hundert, vielleicht auch tausend meist junge Leute sind schon da. Fast alle kennen sich von der Revolution, den vergangenen Protesten, grüßen sich, nicken sich zu, schlagen ein. Händler pressen Saft aus frischen Mangos, kochen Kaffee auf mobilen Gaskochern.

Auf den Wiesen vor dem wuchtigen Block des Verwaltungsgebäudes Mugamma schlafen, in Decken gewickelt, diejenigen, die zu weit weg wohnen um die Nacht nach Hause zu fahren. Die ersten Plakate werden an den Laternenmasten hochgezogen, eine Gruppe probt Demonstration und zieht skandierend um den Platz. Die Stimmung ist entspannt, nur manchmal werden plötzlich „baltagiyya!“ Rufe laut, Leute sehen, springen auf. Fehlalarm, alle setzen sich wieder. Eigentlich erwartet niemand, dass vor dem Abend etwas passiert. Zunächst einmal ist die Hitze das größte Problem: Die Sonne kriecht auf den Platz und heizt die weiten Teerflächen auf. Am Tag zuvor waren es fast 40 Grad.

News from SCAF and friends – May 27 II

Countdown. Today, May 27 another million-man-march is planned, 21 political parties, the youth organizations and unorganized activists call to go back to Tahrir Square that day to „save the revolution“.

The not supporters
The more important parties and the Muslim Brotherhood do not support the call this time, the argue that going on with protests will destroy the economy and the country and that the protest will divide the people and the army. In fact, organization like the radical-islamistic Muslimbrothers benefit from the actual situation where a lot of people feel insecure and call for strict rules and a strong government, they will be one of the groups who profits most from early elections like the ones planned for september – unless the many small parties still to be founded, they are well organized and have enough money, so they are expected to gain a lot of seats. The groups calling for a „second revolution“ for this friday want te elections to be postponed and the election law to be changed, at the moment Egyptians abroad are not allowed to vote, Egyptians with a foreign parent either. Muslim Brotherhood announced to organize protests against the protests in Alexandria. Also some salafi groups told the Newspaper Al-Masr Al-Youm they consider the protesters atheist and infidel. A human rights network accused the Muslimbrotherhood of agitating against the young protesters. The youth organiziation of the Muslim Brothers indeed announced to take part in the march – against the decision of their leaders.

The supporters
Under the supportes of the call are the 6 April Youth movement, the Coalition of Revolutionary Youth, Al-Masry Al-Hurr, ElBaradei Campaign, the Egyptian movement for change, the Maspero Copts movement, the Muslim Brotherhood Youth wing and presidential candidate Bothaina Kamel. A lot of young protesters not belonging to any group or party are expected to take part – on a facebook page with an anonymous group’s call 30 000 ppl confirmed their participation. In an article on Ahram Online more information about supporting groups and the protest planned in Suez and Alexandria.

The army
In his statement n° 58, released on its facebook page, the Surpreme Council of Armed Forces (SCAF), repeats (and repeats and repeats) that it is part of the people, never would use force against the amazing youth of this wunderful country and never ever shoot at protesters. The rare part is point 3: the army announces that on friday it will not be there, that means it will neither protect or secure the protests nor the streets nor any infrastructure. Because, as the army argues, if we are around, people will tell again that we are shooting against them. Aha(r).
So the SCAF warns the youth of the revolution that infiltring elements could make problems on friday and split army and people (even more). Beside, it trusts fully in the youth of the revolution that they can protect themselves and also infrastructure, streets, shops and everything else.
So…when are they going to open the prisons again?
Many protesters, of course, regard the statement 58 as an announcement that this time not the army but baltagiyyas will attac them.

a second statement of the army regarding may 27:
„Egyptian citizens should respect the anti-protest law and ask for permission before going to a protest, giving the reason and place of the protest before they head out, says Mamdouh Shaheen, assistant to the Minister of Defence today.“ (Ahram online, may 26)

Army arrests activists

Yesterday evening, three artists were arrested when putting this poster, calling for the demonstration tomorrow, also an activist of 6th april movement. The are at military prosecution right now (5:40 pm). The last hours there were notices about activists distributing flyers being arrested by the military police at Tahrir Square and in the streets around, if this is true and how many are arrested is not known so far. There was one guy arrested in Mansoura too. According to some Tweets the will be brought to military prosecution. At least one known activist was warned he would be arrested today.

For weeks protesters and some parties call for a million-man-protest, a second „friday of anger“ may 27th. The mobilization video shows statements of the ruling Surpreme Council of Armed Forces – there were no human rights abuses, we never shot at protesters – as well as the truth: protesters who were tortured at the Egyptian Museum march 9th, soldiers shooting at protesters at Tahrir Square april 9th. There exist different calls for the protests as well as different lists of demands, some include economic demands, others, like the one of the movement of 6april, concentrate on political ones. They all reject the way the SCAF is governing the country: the emergency law, military trials for civilians, no persecution for police-men or soldiers who tortured or killed protesters, violent attacks on protests and strikes. See also the last post about the #noscaf-day and the blog post of Sandmonkey, why especially the „common people“ would have a lot of reasons to go back to the square to save the revolution: there is no economic plan, no way to end corruption, no transparency in politics: “

Update (7pm): The three artists are out.

Update (10pm): The activist from Mansoura is out too.

Update (0.30 am, may27): The activist from 6th april movement is free.

#noscaf – blogging against military rule

Deutsch unten / German below

May 23 was the day of #noscaf – for this day the egyptian blogger-community called for a day to blog, twitter and write about, or rather, against the Surpreme Council of Armed Forces that is ruling Egypt since Mubarak left in february. In April the SCAF issued a note that forbids the media to write or publish anything about the egyptian army without getting their approval first. Also the army arrested the blogger Maikel Nabil Sanad for „insulting the army“ after he published an article about the role of the army during the revolution – an accusation that was also used against presidential candidate Botheina Kamel who had to show up in front of court.

So, as some bloggers commented, blogging against the SCAF was actually illegal. They didn‘t care. More than 375 people participated, Globalvoicesonline gives a very good overview of the tweets and posts, including quotes. „I talked and criticized the SCAF before and I will not stop doing it till ends its emergency meeting , I will not stop doing it till we have transparent answers about the allegations surrounding the practices of the military police against our own civilian citizens whether in the military prison and in the Egyptian museum“, writes well-known blogger Zeinobia in her post.

Other good posts #noscaf:

A collection of videos showing the most important failures and human rights abuses of the army like march 9th, april 9th and many more, by 3arabawy.
An personal report about the image of the army (and how it changed)
Detailed article about the failures of the army the last months
Facts and opinions: Interesting tweets about and against the army –

„2011 started with an old soldier running #Egypt, and it will end with a bunch of old soldiers running #Egypt. Nothing has changed!“


Der 23. Mai war der #noscaf-Tag. Für diesen Tag hatte die gut organisierte ägyptische Blogger-Community aufgerufen, gegen den seit Februar herrschenden Militärrat SCAF zu bloggen, zu twittern und zu schreiben. Im April hatte der SCAF angeordnet, dass alles, was in den Medien über die ägyptische Armee veröffentlichet wird, zuvor von der Armee genehmigt werden muss. Darüberhinaus hatte das Militär den Blogger Maikel Nabil Sanad „wegen Beleidigung der Armee“ verhaften lassen nachdem er auf seinem Blog einen Artikel über die Rolle des Militärs während der Revolution veröffentlicht hatte. Aufgrund desselben Vorwurfes wurde auch die Präsidentschaftskandidatin Botheina Kamel angeklagt, die vor Gericht erscheinen musste.

Wie einige Blogger klarstellten, ist es damit illegal, kritische Beiträge zum SCAF im Netz zu posten. Das interessierte aber niemanden. Mehr als.. Leute nahmen teil, Globalvoicesonline gibt einen sehr guten Überblick über die Aktion und die Tweets, inklusive vieler Zitate. „Ich habe bisher über den SCAF gesprochen und ihn kritisiert und ich werde damit nicht aufhören bis er seine Krisensitzung beendet und wir transparente Antworten haben auf die Anschuldigungen bezüglich der Praktiken der Militärpolizei gegenüber den eigenen Bürgern, sei es in den Militärgefängnissen oder im Ägyptischen Museum“, schreibt die bekannte Bloggerin Zeinobia in ihrem Post.

Weitere gute Posts #noscaf:

Eine Sammlung von Videos die die wichtigsten Momente und Menschenrechtsverletzungen des Militärs zeigen, einschließlich des 9. März, 9. April und vieler anderer, von 3arabawy.
Ein persönlicher Bericht über das Bild der Armee (und wie es sich verändert)
Ein detaillierter Article über das Fehlverhalten, die Lügen und Menschenrechtsverletzungen des Militärs
Fakten und Meinungen: Interessante Tweets über bzw. gegen die Armee – und ein Statement:

„Anfang 2011 hat ein alter Soldat Ägypten regiert, Ende 2011 regiert ein ganzer Trupp alter Soldaten Ägypten. Nichts hat sich geändert!“

Tantawis Pants – Mad Graffiti Weekend

Different groups of street artists followed the call of the artist Gazeer for a Mad Graffiti Weekend May 20 and 21, painting in different locations in Cairo Downtown and Zamalek. Many of the painting show martyrs of the revolution, like the huge painting of 18-year-old Islam Rafaat who was run over by a police truck at Falaki Square, Downtown. Other important topics were protesters still imprisoned and the No to military tribunals for civilians.
Article in Al-Masr Al-Youm and Blog Post with many pictures

Mehrere Gruppen von Streetart-Künstler_innen folgten dem Aufruf des Künstler Gazeer zu einem Mad Graffiti Weekend am 20./21. Mai, sprühten und malten an verschiedenen Stellen in Kairo Downtown und Zamalek. Viele der Bilder zeigten Märtyrer der Revolution, etwa den 18 Jahre alten Islam Rafaat, der von einem Polizeifahrzeug getötet wurde und dessen Bild am Falaki Platz in Downtown zu sehen ist. Weiteres wichtiges Thema waren die noch immer inhaftierten Protestierenden und Widerstand gegen Militärtribunale für Zivilisten.
Artikel in Al-Masr Al-Youm und Blog Post mit vielen Fotos

pictures: jano charbal, Osman Elsharnouby

Tahrir #1 – Newsletter startet!

Die erste Ausgabe des Newsletter Tahrirs ist online – von nun an hierüber regelmäßig Informationen zum Stand der Revolution in Ägypten. Zum abbonieren schreiben an egypt@riseup.net oder die aktuelle Ausgabe hier herunterladen. Und gern an alle Interessierten weiterleiten…