Archiv für Juni 2011

Khaled Said: Trial postponed

The case against the murderers of Khaled Said, killed by policement over one year ago, today was again postponed: Associated Press report, Al-Jazeera coverage with video report from outside the courthouse in Alexandria.

The court was expected to deliver a verdict today, instead it announced it will resume the case on September 24th. The official reason is that the court ordered a new autopsy – also the lawyer and the family of Khaled Said welcome this move as it bears the chance to accuse the two officers of manslaughter. At the moment they are only accused of illegal arrest and excessive use of force, the maximum panalty is 3 years.

Anyway, many of the protesters outside the courtroom (many of them coming straight from the new sit-in in Cairo’s Tahrir Square) felt very angry – they see it as a political move to postpone this trials and suppose the court didn‘t want to provoke more anger in tense moment like this one. For a discussion of the different reactions Zeinobias blogpost.

UPDATE June 29th: Videos & Pics

A collection of videos and pics showing what happened the night to Wednesday, June 29th, in Cairo:

The beginning

In the evening of May 28th, families of martyrs of the revolution, mostly from poor areas around Cairo, were denied access to a formal celebration of the martyrs in the Balloon theatre in Cairo. The families had camped the days before in Maspiro in the centre of Cairo to protest after the trial against ex-minister of interiour Habib el-Adly had been postponed again. Some relatives of martyrs tried to enter the theatre, they are attacked by security forces as the videos show:

video: @elbadeil

video: @gsquare

The night

video: @Mzahaby, more videos on Youtube. There is a short video and a photo gallery on the site of the Guardian.

A good short Video of TheDailyNewsEgypt:

The video below from newspaper AlAhram from one side of the square showing people preparing rocks, others faiting from the teargas and CS gas:

There are also a lot of good photos of the night, for example the ones of lilianwagdy. or the beautiful black-and-white pictures of 3arabawy.

The morning

The battle contineud till Wednesday around noon when to police withdraw from all downtown area. The videos below show the situation Wednesday moring between Tahrir Square and the ministry of interiour nearby:

video: @hoquookeg

both videos: @mafotoh

Update (July 2d): There are several reports of people who died in the night to Wednesday, one of a 14-year-old guy who got a gas-canister shot on his head, to be seen in the video below:

The squares back to the people!!!

Es geht schneller als gedacht: Für den 8. Juli war die nächste große Demo, die „Fortsetzung der Revolution“ angedacht. Und dann beginnt sie zwei Wochen zuvor. Am 29. Juni brechen spontan Proteste auf, die Polizei verlässt nach mehrstündigen Straßenschlachten die Straßen der Kairoer Innenstadt, die Menschen haben sich den Tahrir-Platz zurück erobert. Und die „neue Revolution“ weitet sich rasch auf ganz Ägypten aus: Auch aus Alexandria, Suez, Port Said, Ismaileya, Mahalla werden Proteste gemeldet.

Gegen Mitternacht, der 29. Juni hat gerade begonnen, klingelt das Telefon. Was ist los auf dem Platz? Habt Ihr es schon mitbekommen? Auf Twitter, Facebook laufen die Meldungen ein: Der Tahrir-Platz eine Kriegszone, Tränengaswolken, Verletzte. Eine halbe Stunde später: Ankunft. Der Platz ist voll Menschen, mehrere Tausend, mehr und mehr strömen hinzu. Die Riot Polizei CSF blockiert die Straße vor dem Gebäude der American University und schießt von dort aus Tränengasgranaten in die Menge, auch auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes Mugamma sind Polizisten zu sehen.

Video: Tahrir Square, 29. Juni, 2.30 Uhr

Der Auslöser war offenbar die Festnahme von 25 Angehörigen der während der Revolution Getöteten am Dienstag abend. Die Familien protestieren seit mehreren Tagen in Maspero, da sie bisher weder Entschädigung erhalten haben, noch die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden – am Sonntag wurde der Prozess gegen Ex-Innenminister Al-Adly erneut vertagt. Die Zusammenstöße begannen, nachdem den Angehörigen nicht erlaubt wurde, eine Feier zu Ehren der Märtyrer zu betreten, diese war angeblich für die „Märtyrer“ in den Reihen der Polizei gedacht.

Mehrere Stunden Schlacht um den Tahrir-Platz folgen: Die Polizei feuert Gummigeschosse und Tränengas in die Menge, die Menschen weichen zurück, doch sind im nächsten Momant wieder da. Die meisten sind inzwischen erfahren in diesen Situtation, viele scheinen noch Masken zu Hause zu haben, Freiwillige träufeln Essig auf Tücher und waschen Augen aus. Motorräder fahren die Verletzten aus der ersten Reihe zu den Krankenwägen, die mit Blaulicht vor dem Kentucky Fried Chicken warten. Meldungen, dass die Polizei Verletzte in den Krankenhäusern verhaftete, manche Verletzte wollen nicht dortin gebracht werden. Vor dem American University Campus (AUC) fliegen Steine von beiden Seiten, die Polizei feuert weiter in den Menge. In Tahrir-Straße steht eine mehrfache Reihe Riot-Polizei, ein Wasserwerfen, davor hat sich eine kleine Menge versammelt und diskutiert erregt mit den Offizieren. Es heißt, sie weigerten sich den Befehl auf die Demonstrant_innen zu schießen. Dann, gegen vier: Die Polizei zieht sich zurück! Tahrir-Straße frei. Auch vor dem AUC-Campus keine Polizei mehr zu sehen, der Boden ist übersäht mit Steinen, einige Protestierende schützen einen Geldautomaten, damit niemand auf die Idee kommt, ihn versuchen aufzubrechen.

Sonnenaufgang auf dem Tahrir-Platz der einmal mehr den Menschen gehört.

Update (10:30 Uhr): Gegen fünf beginnen die Schüsse erneut. Gas, Gas, Gas… Die Kämpfe um den Platz gegen den Vormittag über weiter, zeitweise ist der Platz ruhig, die Polizei zieht sich in die umliegenden Straßen zurück, dort gehen die Zusammenstöße weiter. Immer noch viele Verletzte.
Erklärung der Regierung noch in der Nacht: Die Polizei würde keine Protestierenden angreifen, es handele sich um baltageyyas (bezahlte Schläger), die sich auf dem Platz versammelt hätten. „Das kennen wir! Alles wie am 28. Januar“, kommentieren viele der Protestierenden. Von anderer, auch offizieller Seite, gibt es Aufrufe, die Polizei solle nicht auf Demonstrant_innen schießen, diese sollten jedoch den Platz verlassen, dann ‚würde man sehen, wer die thugs sind‘ (alle die dort bleiben also).

9:00 Uhr Premierminister Sharaf tritt bleich vors Staatsfernsehen und verliest eine Erklärung mit ähnlichem Inhalt wie sie zuvor der Militärrat um 4 Uhr morgens veröffentlichet hat. Er sehe keinen Grund für die Proteste, es handele sich um gezielte Unruhestifter, die die Sicherheitslage gefährden und das Land ins Chaos stürzen wollen. Die Ägypter sollten sich diesen nicht anschließen, sondern entschieden entgegenstelle. Er könne nichts sagen, wer für gewalt verantwortlich sei, es werde Untersuchungen gebe, erst dann werde man wissen, wer da auf dem Platz mit der Polizei zusammengestoßen sei. Die Polizei habe nie Gewalt angewendet und werde dies nie tun. Alaa, bekannter Blogger und Aktivist, fordert Sharaf auf, auf dem Platz zu erscheinen und sich den Protesten anzuschließen – sonst werde er am Abend des folgenden Tages nicht mehr im Amt sein.

12:00 Uhr Kämpfe noch immer auf dem Platz, auch in manchen umliegenden Straßen, jetzt auch Proteste vor dem Innenminsiterium. Gesundheitsministerium hat die Zahl der Verletzten auf 590 erhöht. Polizei setzt abgelaufenes Gas ein, das viel gefährlicher ist – Demonstranten haben Gaskanister von 1987 gefunde, das Gas ist ca. 5 Jahre einsatzfähig. Angeblich auch Verletzte mit Schussverletzungen, nicht bestätigt. Berichte, dass das Militär nun teils die Polizei unterstüzte, die sich aus einigen Straßen zurückziehen musste.

13:00 Uhr: Ein Fußballspiel zwischen den beiden wichtigsten ägyptischen Clubs wurde zunächst verschoben, dann hat das Innenministerium angeordnet, dass es doch stattzufinden hat – gegen den Willen des Clubs Zamalek, der momentan Tabellenführer ist und dessen Fans offen auf Seiten der Revolution standen und stehen. Das Ministerium hofft offenbar, sowohl Zuschauer als auch die Ultras beider Clubs vom Platz fernzuhalten. Die Taktik geht nicht auf: Um ein Uhr treffen Ultras des Clubs Zamalak auf dem Platz ein, sie werden jubelnd empfangen. Die beiden Fußballclubs stimmen schließlich doch zu, zu spielen.

14:00 Uhr: Die Polizei hat sich aus der gesamten Innenstadt zurückgezogen, die Lage ist ruhiger. Überall Trubel, Unmengen Menschen auf dem Platz, heftige Diskussionen, manche Gruppe ziehen umher und rufen Slogans.

Diskussion am Rande des Platzes, einige Männer mittleren Alters.
- Die Menschen, die hier schon wieder Unruhe stiften sind alles Verbrecher! Die bekommen Geld aus dem Ausland. Die wollen unser Land zerstören.
- Das ist Quatsch, mein Herr, ich weiß das erzählen sie im Fernsehen im Radio, aber das stimmt nicht! (Der Mann zieht seinen Geldbeutel hervor, einige Karten heraus). Hier, mein Ausweis, ich bin Geschäftsmann, sehen Sie das ist die Lizenz für meinen Laden. Und ja… (blättert in einem Stapel Scheine) ich habe Geld! Aber ich habe es nicht aus dem Ausland bekommen, ich habe es selbst verdient! Sehe ich wie ein Verbrecher aus? Ich bin kein baltageyya! Ich bin hier, um die Leute zu unterstützen, die für unsere Rechte kämpfen, jawohl, für unsere Rechte! Und die Verbrecher, die baltageyyas, das sind die, die dreißig Jahre lang unser Land ausgeraubt haben!

Die Zufahrtsstraßen sind gesperrt, nur ab und zu ziehen einige Autos über den Platz, die die Barrikaden passiert haben. Vereinzelte Verkäufer reichen Saft und Tee herum, die meisten der Händler trauen der Situation noch nicht. Der Boden ist aufgebrochen, Haufen von Steinen an den Straßenrändern. Keine Polizei zu sehen. Eine kleine Gruppe Militärs hinter dem Gebäude der Amerikanischen Universität, eine Gruppe Offiziere beschimpft die Protestierenden, als sie Slogans gegen Tantawi, Oberster General des Militärrates, rufen.

Vor dem Innenministerium offenbar Zusammenstöße zwischen Protestierenden und Polizei. Das Innenministerium wurde evakuiert. Erste Aufrufe, von jetzt an den Platz auf unbefristete Zeit zu besetzen.

UPDATE Egypt & the IWF

- One packet of cigarettes, Dunnhill, the red ones.
- 12 Pounds.
- What? Last week they were ten.
- I‘m not joking! Just read the newspapers!…

No money from the IMF: On Saturday, Finance-minister Samir Radwan announced that Egypt would NOT take a loan from the International Monetary Found (IMF). This was quite a surprise: the government was in negotiations with the IMF and the deal over a 4,5-billion-Dollar loan was almost perfect. The IMF offered it to Egypt in accordance with some decisions taken by european and north-american governments and international organizations like the G8 to ‚better conditions‘ than usual to support the country after the revolution.

However, wide parts of the Egyptian society were highly concerned about taking the loan: Many activists are critical against the IMF and its history of influencing the politics of southern countries according to neoliberal ideology and the interests of transnational companies. Mubarak’s regime used to work close with the IMF, transforming the national economy according to neoliberal rules: he privatised wide parts of the education and the health sectors, cut the wages, the gap between rich and poor increased. The IMF in Egypt is not only seen as an imperialist instrument but also strongly connected to the regime protesters removed with the revolution. Additionally, the last weeks, many liberal politicians and lawyers raised concerns about such a deal that would affect the country for decades could be taken by a not-elected, transitional governent.

The decision to refuse the IMF-loan was according to AFP partly a response to the „pressure of public opinion“. The government revised the budget plans, the deficit for 2011/12 in the first forecast was at 11 percent of gross domestic product, now it was revised to 8.6 percent due to some changes in plans on spending. „So we don‘t need to go to this bank now“, said Radwan.

Instead, Egypt got money from some other Arabian countries: Quatar and Saudi-Arabia offered Egypt each 500 Million US-Dollar. Some of the changes in the budget plan already affect the daily life in Egypt: This week the tax on cigarettes was raised from 40 to 50 Percent, the prices of the packet increased in 10 Percent…

Update (July 7th): The IWF is still ready to „help“ Egypt, Ratna Sahay, the Fund’s deputy Middle East director, said on Friday. And she rejected accusations, that the plan the IWF had offered to Egypt contained secret conditions to force to privatizations and to end subsidies. Who‘d have expected something like this!…

No justice for Adly?!

Deutsch unten / German below

The trial against Habib Al-Adly, Mubarak’s interiour minister for 13 years, has been postponed again on Sunday.

Riots broke out in front of the court building in New Cairo. Protesters and relatives of the martyrs of the revolution had gathered there. Stones were thrown, seven police cars were destroyed, according to official news three military officers and one police officer got injured.

Habib Al-Adly was the interiour minister of Mubarak for 13 years, he commanded half a million security officers, the police as well as the State-Security that allegedly arrested, tortured and murdered citizens. He’s accused of ordering the police to shoot at demonstrators during the revolution and to send thugs to attack them, killing more than 800 and injuring at least 6000. In May he was sentenced to 12 years of prison in another trial for money laundering and stealing public money. In the ongoing trial about killing protesters he could be sentenced to death – if he is trialed. As the case was postponed after a few minutes for the second time, many protesters and families of victims are afraid officials try to save him from being sentenced. The next date for the process is now end of July.

Während der Revolution angeschossen. Foto: Hossam Hamalawy/@arabawy

„Er kam noch einmal nach Hause, um sich zu verabschieden“, erzählt die Mutter von Mustafa, die, ganz in schwarz gekleidet, spät an diesem Freitagabend auf dem Steinboden sitzt, „jedem einzelnen hat er einen Kuß gegeben, und als er zur ging, sagte ich: Das machst du doch sonst nicht, was ist los? Er sagte: Ich gehe zum Tahrir-Platz, wer weiß, was da passiert.“ Mustafa war 32, aber das Bild, das seine Mutter hält, zeigt einen fünfzehnjährigen Jungen, es ist das einzige das die Familie hat. Sie stammt aus einem der ärmsten Viertel von Kairo, ganz am Stadtrand gelegen. Mustafa hatte ein Studium abgeschlossen, aber er fand keinen Job, verdiente sich als Maler, Kellner, mit Gelegenheitsarbeiten. Heiraten konnte er nicht, er hatte kein Geld. Am 28. Januar, drei Tage nach Beginn der Revolution, beschloss er mit Freunden, sich den Protesten auf dem Tahrir-Platz anzuschließen. Doch er kam nie an: Als die kleine Gruppe eine Polizeistation passierte, eröffneten die Polizisten das Feuer auf sie. Mustafa rannte in die Seitenstraßen, die er kannte, wollte im Haus seiner Großmutter Zuflucht suchen. Doch der Polizist, der ihm folgte, war schneller: Mustafa hatte gerade den Hauseingang erreicht, da trafen ihn die Kugeln von hinten: drei in die Brust, zwei in den Kopf.
Der Staat hat 15.000 EP (ca. 2000 Euro) Entschädigung für die Familien der Getöteten versprochen. Erhalten haben sie bisher nichts. Aber darum geht es auch nicht, sagt Mustafas Mutter, die an diesem Abend vors TV-Gebäude am Nilufer in der Innenstadt gekommen ist um zu protestieren. Am nächsten Tag steht Habib El-Adly, Mubaraks Innenminister, erneut vor Gericht. Der letzte Gerichtstermin ist nach wenigen Minuten vertagt worden. „Wir wollen keine Entschädigung,“ sagen die Anghörigen der Getöteten. „Wir wollen Gerechtigkeit!“

Am Sonntag, den 26. Juni, ist der Prozess gegen Habib Al-Adly, Innenminster unter Mubarak, erneut vertagt worden.

Vor dem Gerichtsgebäude im Kairoer Stadtteil New Cairo kam es zu Straßenschlachten. Protestierende und Angehörige von während der Revolution Getöteten hatten sich dort versammelt. Steine flogen, sieben Polizeifahrzeuge wurden zerstört. Nach offiziellen Angaben wurden drei Militärpolizisten und ein Polizist verletzt.

Al-Adly diente unter Mubarak 13 Jahre lang als Innenminster, zuvor hatte er eine steile Polizeikarriere absolviert. Zuletzt kommandierte er über eine halbe Million Sicherheitskräfte, Polizei ebenso wie die gefürchtete Staatssicherheit, die willkürlich einschüchterte, verhaftete, folterte. Adly ist angeklagt, den Befehl gegeben zu haben während der Revolution auf die Demonstranten zu schießen und Schlägertrupps auf diese losgeschickt zu haben. Über 800 Menschen wurden dabei getötet, weit über 6000 verletzt. Im Mai ist er in einem zweiten Prozess wegen Geldwäsche und Geldhinterziehung zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. In jetztigen Prozess könnte ihm die Todesstrafe drohen – wenn er denn verurteilt wird. Die wiederholte Vertagung nach wenigen Minuten lässt viele Protestierende und Anghörigen seiner Opfer fürchten, Vertraute in Militär und Regierung könnten ihn weiterhin vor einem Urteil schützen. Der nächste Prozesstermin ist jetzt für Ende Juli vorgesehen.

Photos: Hossam Hamalawy @arabawy

NO gay girl blogger in Syria…

…but a straight men blogger in Scotland.

A few days ago media all over the world reported the „kidnapping“ of blogger Amina Arraf, author of the blog A gay girl in Damascus (see old post). Soon first sources started to question the identity of Amina. They were right: On Sunday, Ali Abunimah and Benjamin Doherty of the website Electronic Intifada found out that the real author of the blog was an american man: Tom McMaster,living in Edinburgh, Scotland. A few hours later, MdMaster posted on Aminas blog and apologized for lying to his readers.

More about the case soon…

So far, a good overview over the discussion about Aminas „fake-blog“ can be found on the english Wikipedia-Site and on Globalvoices online.

A Spy (at the right time)

On Sunday a supposed Israelian spy was caught in Egypt.

According to American and international newspapers like Los Angeles Times Ilan Grapel is a
- American-Israelian citizen who lived most of his life in the US
- spend some years in Israel where his grandparents live, did military service there and was during the war 2006 in Lebanon
- studying law in Queens
- was in Cairo for an internship
- speaks arabic and was interested in arab culture

According to egyptian state-newspaper Al-Ahram
- was „highly trained“ and here on the mission to „increase tension between protesters and army forces“
- when he was arrested the found with him a laptop, flash cards and cell phones „containing top-secret informations“
- according „to initial investigations, Grapel is alleged to have been seeking to inflame the feelings of demonstrators, encouraging them to clash with military forces and stir up chaos“

This fits exactly in propaganda of the SCAF already used before the march on may 27th (see the old post): protest in Egypt are not of egyptian origin but are caused by enemy forces from outside that want to divide people and armed forces who protect the revolution and to destroy the country… Also many people pointed that it is quite strange that an israelian spy would use an open Facebook-Account under his name and put on this not only pictures of his stay in Egypt but also from his time in the Israelian Army.

Interesting discussions now in the web: on the facebook-page „We are sorry spy“ half of the people are making fun of the spy, the other half of their government. Some now use the Mossad logo as their profile picture. Comments range from „Go spy and have a rest, youtube will do the work for you“, „we need the spy in Sharm el-Sheik [where Mubarak is]“ to „I know this guy! He was on our side, he was protesting with us, he is not a spy!“ „This is truly a spy: He is taking quietly a picture of himself posing in front of an army tank, goes home and puts it on his facebook page…“ „The lawyer to the SCAF: My mandate is not a spy ’cause he is eating at McDonalds not at KFC [during the revolution Mubarak accused the protesters also being influenced by external forces and getting food from KFC]. The SCAF: No, he only eats at McDonald to hide his identity!

Between the Egyptian bloggers the opinion is divided – a good overview over the discussion on Globalvoices. While blogger Zeinobia for example takes the incident serious and warns it could harm the country as well as the movement, connecting it to activities supported by Israel, blogger 3arabawy writes an short and accurate post about „The almighty Israelin spy“:

When students and workers took to the streets in Alexandria, November 1968 … the state-run media announced the arrest of Israeli spies who were involved in the agitation for the protests (Arab Report and Record, 1-15 December 1968: 399).

My mother, who took part in the 1971-2 student protests against Sadat, recalls how the Central Security Forces were beating them with sticks while denouncing the students as “Israeli agents.”

During the 18 day uprising, a young woman journalist appeared on TV “confessing” she was trained by the Mossad to foment those “riots” in Tahrir. And of course it turned out to be a big lie.

And now, the government has announced it caught another Israeli spy gathering information about the protests and fomented chaos with the intent “of harming political, economic and social interests and negatively impacting the course of the revolution”… and “prosecutors suspect he paid protesters to cause friction with the military and to foment Muslim-Christian tensions.”

Seriously what a soap opera.

By this latest case, the Mukhabarrat [secret service] is trying to pull together a cheap move, so that any public criticism against the military would be depicted immediately as the work of Israeli spies. …

Do Israelis have spies in Egypt? Of course. And the biggest two spies are Mubarak and Omar Suleiman. One is enjoying a five star treatment in Sharm el-Sheikh, and the other seems to be getting away with his crimes, and possibly even run for presidency!

Dear Mukhabarrat, stop treating us like children. Who the hell is this Israeli super agent who will single handedly go around fomenting protests, agitating against the army in the streets and mosques? Get a life, grow up….

MORE: Vodafone & the revolution

Das Video kann auf den meisten Seiten nicht mehr gesehen werden – aufgrund des „Urheberrechtsanspruches“ hat Vodafone es von Youtube und anderen Internetseiten löschen lassen. (Ein paar kluge Leute haben es rechtzeitig kopiert, hier ist es noch online…) Es hat auch für genug Ärger gesorgt: Das dreiminütige Werbevideo kombinierte eine alte Werbung für ein neues Vodofone-System, das am 1. Januar startete, mit Revolutionsbilder und Aussagen wie: „3 Wochen später startete die Revolution.“ „Wir haben den Leuten nicht gesagt, dass sie auf die Straße gehen sollen. Wir haben die Revolution nicht gemacht.“ Aber: „Wir haben den Menschen nur gezeigt, wie stark sie sind.“ Aha, so war das also…

Unter Aegyptens Aktivist_innen brach ein Sturm der Empoerung los, als das Video bekannt wurde. Denn Vodafone, der wichtigste Telefonanbieter in Aegypten, hatte nicht nur eng mit Mubaraks Regime kooperiert und diesem u.a. Daten ueber Oppositionelle geliefert, sondern waehrend der Revolution auch ohne Widerspruch auf Anweisung Mubaraks die Telefonnetze abgeschaltet, inklusive Notfallnummern – so dass viele Verletzte starben, weil kein Krankenwagen gerufen werden konnte. Zudem erlaubte Vodafone der Regierung, waehrend der Abschaltung weiterhin Pro-Mubarak Propaganda ueber sein Netz an alle Handynutzer zu schicken. Eine sehr spannende Grafik zeigt, wie und in welcher Reihenfolge die Abschaltung ablief.

Ueber Twitter und Facebook, in Zeitungen und im Fernsehen wurde Vodafone kritisiert – auch ausserhalb Aegyptens, wie Artikel in der Sueddeutschen oder dem Guardian zeigen. Die Kommentare reichten von eher spassig bis bitterboese: „unethisch“ sei der Werbespot, schimpft Google-Manager und Revolutionsikone Wael Ghonim, „und die haben meinen Namen ohne Genehmigung dafür verwendet!“
„Ah, wir haben es falsch verstanden. Die Revolution war ein Projekt von Militär und Vodafone. Hätten sie uns das mal früher gesagt, dann wären wir zu Hause geblieben!“ „Hey Vodafone, ihr seid schuld, dass das ungeborene Baby meiner Freundin gestorben ist, sie ist verblutet, weil wir keinen Krankenwagen rufen konnten!“ Viele Angehörige oder Freunden von während der Revolutino getöteten meldeten sich zu Wort – viele von ihnen hätten überlebt, wenn telefonieren per Festnetz oder Handy möglich gewesen wäre. Weitere Kommentare und Infos unter anderem auf der Seite IhateVodafoneEgypt.

Vodafone fuehlte sich gezwungen zurueck zu rudern: Es veroeffentlichte eine Erklaerung, in der es erklaerte, Vodafone sei nicht verantwortlich fuer den Inhalt des Videos. Das Video sei von der Werbeagentur JWT erstellt worden und nur fuer internen Gebraucht, nie zur Veroeffentlichung gedacht gewesen.

Ergänzung: Brisant ist auch, dass alle Telefonanbieter (Vodafone, Etisalat, Mobinil etc.) für die Ausfälle während der Telefonabschaltung entschädigt werden sollen – Technologie-Minister Maged Othman zufolge sollen sie rund 100 Millionen Pfund erhalten. Und dass das nicht das erste Mal war: Bereits während der heftigen Streikwelle in Mahalla 2008 wurde diese Aktion geplant und erprobt

Taxi II تاكسي

on the way to Heliopolis, protest against SCAF-meeting

Driver (D): Heliopolis? So you‘re going to that party there?
Activist (A): Which party? No, it’s a protest…

Almost there. Driver is calling somebody.
D (on the phone): Yeah, I have one of these young revolutionaries here…what to do with him?
A (had listened to the call, shocked): Stop. I want to get out here.
D: No, no, you can‘t. It’s just five minutes, I take you there.
A: I want to get out here, Sir! Right now!

Taxi I تاكسي

On the way from military prosecution C28 in Nasr City to Downtown

Driver (D) points to the crowd in front of the military prosecution building: „What’s going on there?“
Activist (A): Protest. They interrogated two journalists and a blogger, 3arabawy. You didn‘t hear about this?
D: Not at all. I‘ve never heard the name. What have they done?
A: Critized the army.
D: Really?
A: He was talking about the military police torturing peoples and all this, in a TV show on OnTV, you know OnTV?
D: No. I watch only the egyptian channels [state TV]. And I listen radio a lot… but there was nothing about all this…
A: You don‘t know about the 9th of march and the 9th of april and all this??? (starts telling him about the arrests, the torture, the shooting against protesters on Tahrir Square)
D (shocked): But this is horrible! It’s just like Amn el-Dawla…like the police were before…
A: Yeah, just like this.
D: I can‘t believe it. Why don‘t we know about all this?! You have to tell this the people, we have to know…where can I get more information about all this?
A: In the internet. Go to Youtube. Enter march 9th, Ramy Essam, Tahrir attack…
D: I can‘t believe it…I thought they were the ones who protect us…we thought they were on the side of the revolution!
A: The never were. The let the thugs come in to the square […] And they were shooting on us the 9th…
D: They really did?
A: Yeah. For hours! The even shot at a house when there was somebody filming from there.
D (shakes his head): Then it’s true… I heard this before. There were rumors about the 9th of april, many people told me that they shot a the protesters. But then one day later this general was on TV and said that the army never shot against the people and never will. I thought an army general you can trust, I didn‘t think they‘d lie…
A: They do! They are all fucking liers.
D: After this last statement they released I already thought that there was something wrong, it was so weird. That they wouldn‘t protect any protest anymore nor shops nor the streets and people should do this on their own…what do they think? I have to work the whole day, how can I protect my house and my streets, that’s no my job, I can‘t! Oh, it’s bad, everything is getting worse, all the situation is insecure, you don‘t know where the country is going, what’s happening next, you can‘t trust anyone…some people even say Mubarak is still ruling the county, he did never step back, who knows?…
D: This is bad, this is all so bad…everything is so

free collection of stories, translated from arabic, thx to G.