Zwei Nachrichten

…an einem Tag:

1) Zwei Zivilisten wurden von einem Militärgericht zum Tode verurteilt, weil sie im Februar 2011 einen Soldaten getötet hatten. Drei andere Angeklagte wurden zu lebenslänglicher Haft verurteilt, zwei zu 15 Jahren und acht zu 10 Jahren. Die Angeklagten hatten den Soldaten angegriffen, weil er zuvor den Sohn eines der Angreifers erschossen hatte.

Brisant ist dabei vor allem: Bis heute wurde kein einziger (!) Polizist oder Soldat verurteilt, der während der Revolution im Januar und Februar 2011 Zivilisten getötetet hatte – mindestens 800 verloren während der 18 Tage der Revolution ihr Leben. Der einzige Polizist, der (in Abwesenheit) verurteilt wurde, wurde in einem zweiten Prozess freigsprochen.

2) Und gerade die Nachricht: 12 der bekanntesten politischen Akteure der Revolutionsbewegung, darunter Präsidentschaftskandidaten, Abgeordnete, Journalisten und Schriftsteller, werden vor Militärgerichten angeklagt, „Hass gegen den Militärrat zu schüren“ und eine Verschwörung gegen den Staat zu planen.

Die Liste liest sich wie ein Who-is-who der prominenten Unterstützer der Revolutionsbewegung. Unter den Angeklagten sind u.a.

- Präsidentschaftskandidatin Bothaina Kamel
- Yosri Fouda, einer der bekanntesten Reporter und TV-Moderator
- die linken Parlamentsabgeordneten Ziad El-Eleimy und Abul-Ezz El-Hariri
- die Aktivistin und Bloggerin Nawara Negm
- das bekannte Mitglied der Revolutionären Sozialisten Sameh Naguib
- Wael Ghonim, Gründer der Webseite „Wir sind alle Khaled Said“
- Mamdouh Hamzu, der Generalsekretär des Nationalrats
- der Gründer der Kefaya-Bewegung George Ishak
- der bekannte Schriftsteller Alaa Al-Aswany
- TV-Moderatorin Reem Maged
- Asmaa Mahfouz, Mitglied der Bewegung 6. April

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